Informationen über

Hebammen­leistungen


Vortrag von Ingeborg Stadelmann aus der Zeitschrift HebammenInfo, Jahrestagung der EKiZ

Neue Wege in der Geburtshilfe und Wochenbettperiode
Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ), Graz, Österreich - 2. Teil des Berichts von Jutta Ott-Gmelch, Frankfurt/Main

Informationen über die Arbeit der Hebammen


SCHWANGERSCHAFT
Während Ihrer Schwangerschaft ist die Hebamme eine wichtige Fachfrau, mit der Sie frühzeitig Kontakt aufnehmen sollten. Sie treffen sie in ihrer Praxis, oder sie macht einen Hausbesuch oder berät Sie am Telefon.

Die Aufgaben der Hebamme:

Persönliche Beratung über
- gesunde Lebensweise 
- notwendige ärztliche Untersuchungen
- Sexualität und Partnerschaft
- Vorbereitungen für Ihr Kind
- soziale Hilfen beim Mutterwerden
- Betreuung bei Schwangerschaftsbeschwerden
- Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchung
- Geburtsvorbereitungskurs

GEBURT

Es ist die Aufgabe der Hebamme, jede normale Geburt in eigener Verantwortung zu leiten als 

- Hausgeburt: Geburt und Wochenbett zu Hause
- Geburtshausgeburt: Geburt im Geburtshaus und Wochenbett zu Hause
- ambulante Geburt: Geburt in der Klinik und Wochenbett zu Hause
- Klinikgeburt: Geburt und das frühe Wochenbett im Krankenhaus

Die Hebamme begleitet und unterstützt Sie mit ihrem Fachwissen in allen Phasen der Geburtsarbeit. Sieuntersucht, beobachtet und dokumentiert, wie es Ihnen und Ihrem Kind geht. Die Hebamme hilft beim ersten Stillen und nimmt die erste Vorsorgeuntersuchung beim Kind vor.

WOCHENBETT
In den ersten zehn Tagen nach einer Geburt hat jede Mutter einen Anspruch auf tägliche Hebammenhilfe. Auch nach der regulären Klinikentlassung erlischt dieser Anspruch nicht. Er kann sich bis zum Ende des Wochenbettes oder bis zur Abstillzeit verlängern, wenn Probleme auftreten. Wenn Sie es also möchten, betreut Sie eine Hebamme zu Hause.

Die Wochenbettbetreuung umfasst:
- Beobachtung der kindlichen Entwicklung
- Hilfe und Beratung bei der Abheilung der Nabelwunde, bei Blähungen und bei Anpassungsstörungen oder bei einer Neugeborenengelbsucht und entnimmt Blut zur Untersuchung auf evtl. Stoffwechselstörungen
- Beobachtung des mütterlichen Wochenbettverlaufs und Rückbildungsvorgangs
- Hilfe bei Verhärtungen der Brust, Wundsein oder Entzündung der Brustwarzen, Stau des Wochenflusses, Verdauungsschwierigkeiten und anderen Problemen
- aktive Unterstützung des Stillens
- Anleitung in der praktischen Babypflege
- Information über Flaschennahrung, Allergieprophylaxe, Vorsorgeuntersuchungen und FamilienplanungHebammen bieten auch Kurse zur Wochenbettgymnastik, aufbauender Beckenbodengymnastik und Babymassage an.

Was Eltern wissen sollten:
- Die Hebamme ist eine Fachkraft.
- Die Hebamme arbeitet nach den Richtlinien des Hebammen-Gesetzes (HebG vom 4. Juni 1985).
- Bei Abweichungen vom regelrechten Verlauf zieht die Hebamme eine Ärztin hinzu.
- Die Kosten der Hebammenhilfe werden in Deutschland von den Krankenkassen getragen.
- Erkundigen Sie sich nach den Hebammenleistungen in Ihrem Land.